Bund kündigt nach erneutem Swisscom-Ausfall Abklärung an

Bund kündigt nach erneutem Swisscom-Ausfall Abklärung an

Die Swiss­com ist gemäss Fer­n­meldege­setz verpflichtet, den Zugang zu den Notruf­di­en­sten zu gewährleis­ten. Nach der zweit­en Panne inner­halb eines Monats hat das Bun­de­samt für Kom­mu­nika­tion (Bakom) nun «eine ver­tiefte Abklärung der Ursachen» angekündigt.

Das Bakom ver­füge zur Zeit noch nicht über einen detail­lierten Fehler­bericht, teilte das Bun­de­samt auf Anfrage der Nachricht­e­na­gen­tur Key­stone-SDA mit. Deshalb seien genaue Aus­sagen zum Fehler und zum Ver­lauf der Fehler­be­he­bung noch nicht möglich.

«Mehrfaches menschliches Fehlverhalten»

Sollte das Bakom Rechtsver­let­zun­gen fest­stellen, so kann es gemäss Gesetz von der Swiss­com Mass­nah­men ver­lan­gen, damit die Ver­let­zung nicht wieder vorkommt, die Konzes­sion durch Aufla­gen ergänzen und diese im schlimm­sten Fall sog­ar ein­schränken, sus­pendieren, wider­rufen oder entziehen.

Nach Angaben der Swiss­com vom Mittwochmit­tag kam es in der Nacht bei geplanten Wartungsar­beit­en zur Erweiterung der Net­zka­paz­ität zu «mehrfachem men­schlichem Fehlver­hal­ten». Weil die Swiss­com sel­ber von der schweizweit­en Störung betrof­fen war, kon­nten die benötigten Spezial­is­ten nur erschw­ert aufge­boten wer­den und die Störungs­analyse und ‑behe­bung wurde verzögert.

Auch die Notrufnum­mern 112, 117, 118, 144 und 147 waren gemäss Swiss­com zum Teil nicht erre­ich­bar und einzelne Notrufweit­er­leitun­gen funk­tion­ierten nicht. Swiss­com werde zusam­men mit den Notru­for­gan­i­sa­tio­nen alter­na­tive Erre­ich­barkeit­en – wie zum Beispiel über Mobil­tele­fone – über­prüfen.

Quelle: www.watson.ch

Datenschützer stoppen Facebooks neues Dating-Feature für Europa

Datenschützer stoppen Facebooks neues Dating-Feature für Europa

Face­book hat den Start sein­er Dat­ing-Funk­tion in Europa nach dem Ein­schre­it­en der irischen Daten­schutzbe­hörde auf unbes­timmte Zeit ver­schoben.

Die Daten­schützer erk­lärten, sie seien besorgt gewe­sen, dass das Online-Net­zw­erk sie erst Anfang des Monats über Pläne informiert habe, die Flirt-Plat­tform am 13. Feb­ru­ar nach Europa zu brin­gen. Deshalb habe die Behörde am ver­gan­genen Mon­tag eine «Inspek­tion» bei Face­book in Dublin durchge­führt und Unter­la­gen einge­sam­melt.

Face­book teilte dazu am Mittwoch mit, man habe an starken Daten­schutz-Mass­nah­men für die Funk­tion sowie der Ein­schätzung zur Daten­er­he­bung gear­beit­et und diese nach Auf­forderung mit der irischen Behörde geteilt. Einen Tag zuvor hat­te Face­book lediglich erk­lärt, man nehme sich «noch etwas mehr Zeit, um das Pro­dukt für Europa vorzu­bere­it­en» – ohne dabei die Kon­tro­verse mit den Daten­schützern zu erwäh­nen.

Die irische Daten­schutzbe­hörde ist in der Europäis­chen Union fed­er­führend für Face­book zuständig, weil Face­book in Dublin seinen Europa-Sitz hat.

Was ist das für ein neues Facebook-Features?

Bei Face­books Flirt-Funk­tion kön­nen Nutzer im Alter über 18 Jahren ein sep­a­rates Dat­ing-Pro­fil anle­gen. Face­book schlägt dann poten­zielle Part­ner vor – auf Grund­lage seines Wis­sens über Inter­essen und Aktiv­itäten der Nutzer.

Face­book-Fre­unde sind davon ausgenom­men – auss­er man kennze­ich­net sie im Dat­ing-Pro­fil als «heim­lichen Schwarm». Davon erfahren die Nutzer dann nur, wenn es eine gegen­seit­ige Übere­in­stim­mung gibt. Um die Flirt-Funk­tion sich­er zu gestal­ten, kön­nen zwis­chen den Dat­ing-Pro­filen keine Fotos, Weblinks, Videos oder Zahlun­gen ver­schickt wer­den, betonte Face­book zum US-Start der Funk­tion im ver­gan­genen Sep­tem­ber. Jed­er könne einen anderen Nutzer block­ieren oder melden. Face­book gibt Nutzern zugle­ich die Möglichkeit, Inhalte aus der konz­erneige­nen Foto­plat­tform Insta­gram einzu­binden.

Die Pläne für eine Dat­ing-Funk­tion hat­te Face­book-Chef Mark Zucker­berg erst­mals im Früh­jahr 2018 vorgestellt.

Quelle:www.watson.ch

Sein Traum vom besseren Android-Smartphone ist geplatzt

Sein Traum vom besseren Android-Smartphone ist geplatzt

Essen­tial ist tot – das Start-up von Andy Rubin lanciert keine Pro­duk­te mehr und stellt den Sup­port für das Keramik-Handy PH‑1 ein.

Nach Jahren unun­ter­brochen schlechter PR und abge­sagter Pro­duk­te sei Essen­tial tot, schreibt Ars Tech­ni­ca. Gemeint ist das Start-up des Android-Grün­ders Andy Rubin.

Mit Essen­tial wollte er den Smart­phone-Markt aufmis­chen und scheit­erte spek­takulär. Sein mit Vorschus­s­lor­beeren ges­tartetes Start-up wurde mit 1,2 Mil­liar­den Dol­lar bew­ertet, bevor es auch nur ein einziges Pro­dukt verkaufte.

Trotz ein­er Finanzspritze von 330 Mil­lio­nen US-Dol­lar wur­den die Erwartun­gen der Inve­storen 2017 mit dem Gerät der ersten Gen­er­a­tion, dem Essen­tial Phone (PH‑1), nicht erfüllt. Das neueste Gerät, als «Project Gem» bekan­nt, kommt nun über­haupt nicht mehr auf den Markt.

Zudem erhält das PH‑1 keine Soft­ware-Updates mehr und der Sup­port wird eingestellt. Und die E‑Mail-Soft­ware New­ton Mail, die 2019 von Essen­tial über­nom­men wor­den war, soll eben­falls am 30. April 2020 ihren Dienst ein­stellen.

Sexuelle Nötigung und Millionen zum Abgang

Nach der Über­nahme durch Google hat­te Rubin die Entwick­lung von Android geleit­et und es im Wind­schat­ten von Apples iPhone zum pop­ulärsten Betrieb­ssys­tem gemacht.

Der «Vater von Android» zu sein, bedeutete, dass Risikokap­i­tal­fir­men ihn mit Geld über­schüt­teten, als er Google ver­liess. Wobei sein Abgang von hässlichen Mis­stö­nen begleit­et war.

Die «New York Times» berichtete, dass eine interne Unter­suchung zu sex­uellem Miss­brauch von Angestell­ten zum Schluss gekom­men sei, dass die Vor­würfe gegen Rubin glaub­würdig seien. Google habe ihn jedoch nicht umge­hend gefeuert, son­dern zum Abgang 90 Mil­lio­nen Dol­lar gezahlt. Dies wiederum wurde von seinem Ex-Arbeit­ge­ber bestrit­ten.

Quelle: www.watson.ch

Dieser Deepfake-Profi wollte, dass alle Videos fälschen können – heute warnt er davor, dass die Technik ausser Kontrolle gerät

Dieser Deepfake-Profi wollte, dass alle Videos fälschen können – heute warnt er davor, dass die Technik ausser Kontrolle gerät

Hao Li kann jeden in George W. Bush ver­wan­deln und Paul Walk­er zurück ins Leben holen. Kaum ein­er manip­uliert Videos so wie er. Heute kämpft Li gegen das Mon­ster, das er mit erschaf­fen hat.

 

In der Halle herrscht reges Treiben. Anzugträger und Busi­ness­frauen rauschen von einem Tre­f­fen zum näch­sten. Inmit­ten des Rum­mels sitzt eine junge Frau vor einem Bild­schirm. Aus diesem blickt ihr Michelle Oba­ma ent­ge­gen – oder doch nicht? Es wirkt, als wäre das Gesicht der ehe­ma­li­gen First Lady mit jen­em der jun­gen Frau ver­schmolzen. Das dig­i­tale Abbild übern­immt jedes Lächeln, jede Augen­be­we­gung und jedes Stirn­run­zeln.

Am Bild­schirm daneben ver­wan­delt sich ein älter­er Mann in George W. Bush. Dies­mal wirkt das Ergeb­nis noch real­is­tis­ch­er, fast so, als würde man den früheren amerikanis­chen Präsi­den­ten vor sich sehen. «Wie furcht­bar», ruft der Mann aus und lacht. Die Szene spielt sich während des Weltwirtschafts­fo­rums in der Halle des Davos­er Kon­gresszen­trums ab. Hao Li beobachtet das Vorge­hen schmun­zel­nd. Die Instal­la­tion ist sein Werk. Er will damit auf die Gefahr von Video­ma­nip­u­la­tio­nen hin­weisen. «Diese Tech­nolo­gie entwick­elt sich rasend schnell. Jed­er kann damit heute jemand anderes wer­den, und das sog­ar in Echtzeit», sagt er.

Li ist ausseror­dentlich­er Pro­fes­sor an der Uni­ver­si­ty of South­ern Cal­i­for­nia (USC). Er beschäftigt sich mit Deep­fakes: Videos, die mit­tels kün­stlich­er Intel­li­genz manip­uliert wer­den. Damit kann man Per­so­n­en Dinge sagen oder tun lassen, die sie nie gesagt oder getan haben. Im Som­mer prahlte der Face­book-Grün­der Mark Zucker­berg in einem so gefälscht­en Video damit, die Kon­trolle über Mil­liar­den von gestohle­nen Dat­en zu haben. 2018 sorgte ein Clip für Auf­se­hen, hin­ter dem der Schaus­piel­er Jor­dan Peele steck­te: Darin beze­ich­net Barack Oba­ma seinen Nach­fol­ger Don­ald Trump als Vol­lid­ioten.

Je bess­er solche Fälschun­gen wer­den, umso gröss­er ist ihr Gefahren­poten­zial: Ein Fake-Video, das authen­tisch wirkt, kann den Ruf ein­er Per­son ruinieren oder sie für fremde Zwecke miss­brauchen. Umgekehrt kön­nte jemand, der bei ein­er ver­bote­nen oder moralisch frag­würdi­gen Hand­lung gefilmt wird, behaupten, es han­dle sich bei der Auf­nahme um einen Deep­fake. «Das wäre, wie wenn Trump ‹Fake-News› ruft», sagt Li. Nur wer­den solche Behaup­tun­gen im schlimm­sten Fall unmöglich zu wider­legen sein.

Heute sind die Fälschun­gen bei genauem Hin­se­hen noch als solche erkennbar. Oft klingt die Stimme anders, die Lip­pen­syn­chro­ni­sa­tion ist nicht per­fekt, die Gesichts­be­we­gun­gen wirken unnatür­lich. Doch Li ist überzeugt, dass sich das sehr bald ändern wird. Der 39-Jährige weiss, wovon er spricht. Er ist ein Deep­fake-Pio­nier. Seit Jahren befasst sich Li mit Com­put­er­grafik und dem Manip­ulieren von Videos. Er hat dazu beige­tra­gen, dass sich Emo­jis des Smart­phone-Her­stellers Apple mit Gesicht­saus­drück­en steuern lassen. Heute hil­ft er die Gesichter von Schaus­piel­ern auf die Kör­p­er von Stunt-Dou­bles zu pro­jizieren und vertreibt eine App, mit der Nutzer ihre eige­nen Avatare kreieren kön­nen.

«Jurassic Park» und «Terminator» gaben den Ausschlag

Auf den ersten Blick kön­nte man meinen, Li wäre selb­st einem Com­put­er­spiel entstiegen. Zu dem dun­klen Anzug trägt er glitzernde Turn­schuhe, das Haar hat er auf ein­er Seite kurz geschoren, auf der anderen hängt ihm ein blonder Schopf ins Gesicht. Als er begann, mit den Gren­zen zwis­chen Real­ität und Fik­tion zu spie­len, hätte er nicht gedacht, dass dieser tech­nis­che Fortschritt eines Tages zur Bedro­hung wer­den kön­nte.

Li wuchs als Sohn tai­wanis­ch­er Ein­wan­der­er in Saar­brück­en auf. In sein­er Jugend sah er die Filme «Juras­sic Park» und «Ter­mi­na­tor» – und erkan­nte fasziniert, dass Com­put­ertech­nik Dinge erschaf­fen kann, die nicht real sind. Nach einem Infor­matik­studi­um in Karl­sruhe machte er sein Dok­torat an der ETH Zürich. Dort forschte Li unter anderem im Bere­ich der 3‑D-Rekon­struk­tion. Er wollte Dinge dig­i­tal­isieren, die sich bewe­gen – wie men­schliche Kör­p­er oder noch spez­i­fis­ch­er: Gesichter.

2013 starb der Schaus­piel­er Paul Walk­er bei einem Autoun­fall – mit­ten in den Drehar­beit­en zu «Fast & Furi­ous 7», einem Teil der gle­ich­nami­gen Action-Film­rei­he. Bald darauf klin­gelte Lis Tele­fon. Weta Dig­i­tal, ein führen­des Unternehmen für visuelle Effek­te mit Sitz in Neusee­land, bot ihm einen Auf­trag an: Er sollte helfen, den Film fer­tigzustellen. Li kreierte eine Tech­nolo­gie, mit deren Hil­fe Walk­ers Gesicht­szüge während der Drehar­beit­en auf die Gesichter der Dou­bles pro­jiziert wur­den. Der Film war ein­er der ersten, bei denen ein dig­i­tal erschaf­fen­er Schaus­piel­er eine so wichtige Rolle ein­nahm.

«Das Ergeb­nis wirk­te in manch­er Hin­sicht wie eine hochw­er­tige Deep­fake-Ver­sion, aber es brauchte ein Team und sehr viel Hard­ware-Lösun­gen, um das möglich zu machen», sagt Li bei ein­er Vorstel­lung sein­er Arbeit in Davos. Heute dig­i­tal­isiert er in den USA häu­fig die Gesichter von Schaus­piel­ern für Stun­tauf­nah­men oder Ani­ma­tio­nen: jenes von Will Smith, das von Arnold Schwarzeneg­ger oder Hugh Jack­man für «Wolver­ine».

Scarlett Johanssons Gesicht in Pornofilmen

Doch Li hat­te nicht vor, sich auf Fil­man­i­ma­tio­nen zu beschränken. Er wollte die Möglichkeit, mit Sein und Schein zu spie­len, der bre­it­en Öffentlichkeit zugänglich machen. 2015 grün­dete er das Start­up Pin­screen. In den Jahren darauf entwick­elte er eine App, die anhand eines Fotos Avatare erstellt. Genau wie Deep­fakes arbeit­et diese mit kün­stlich­er Intel­li­genz.

Hat­te Li zu Beginn von Pin­screen geah­nt, welche Gefahr diese Tech­nik in den falschen Hän­den darstellen kön­nte? Er schüt­telt den Kopf. «Für uns war die Tech­nolo­gie rein für Unter­hal­tungszwecke, für Filme oder Videospiele. Was sollte schon dabei sein, wenn jemand zum Beispiel mit ein­er Smart­phone-App seinen eige­nen Avatar erzeugt?» Die Antwort liess nicht lange auf sich warten.

Die ersten Deep­fakes taucht­en 2017 auf – bei Pornovideos. Ein Nutzer des Online-Forums Red­dit stellte Clips ins Inter­net, bei denen die Gesichter von Porn­odarstel­lerin­nen durch jene von Schaus­pielerin­nen wie Scar­lett Johans­son, Gal Gadot oder Emma Wat­son erset­zt wur­den. «Nie­mand in meinem Umfeld war auf so etwas vor­bere­it­et», erin­nert sich Li. Wer hin­ter der Soft­ware steck­te, war nicht klar, «doch die Entwick­ler macht­en den Quell­code öffentlich, so dass for­t­an so gut wie jed­er solche Videos erzeu­gen kon­nte». Plöt­zlich waren Forsch­er wie Li mit zahlre­ichen Fra­gen kon­fron­tiert: Was bedeutet das für die Entwick­lung der Tech­nolo­gien? Sollte man über die Möglichkeit­en zum Miss­brauch informieren? Oder die Forschung in dem Bere­ich kom­plett abbrechen?

Katz-und-Maus-Spiel

Li glaubt nicht daran, dass dies eine Lösung wäre. «Tech­nik ist wed­er gut noch schlecht, es kommt darauf an, was man aus ihr macht.» Wichtig sei hinge­gen, den Leuten klarzu­machen, wofür sie einge­set­zt wer­den kann – und Wege zu find­en, um die Fälschun­gen als solche zu iden­ti­fizieren.

Heute arbeit­et der 39-Jährige mit dem Com­put­er­wis­senschafter Hany Farid von der Uni­ver­si­ty of Cal­i­for­nia in Berke­ley zusam­men. Die bei­den liefern sich in einem Forschung­spro­jekt eine Art Katz-und-Maus-Spiel. Lis Team erstellt Deep­fakes und ver­sucht zu sehen, wie weit man diese per­fek­tion­ieren kann. Farids Auf­gabe ist es, Algo­rith­men zu schaf­fen, die die Fälschun­gen als solche erken­nen.

Noch gelingt das. Doch Li denkt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die besten Fälschun­gen selb­st für Algo­rith­men unerkennbar wer­den: «Vor ein paar Monat­en habe ich gesagt, wir seien wohl in sechs bis zwölf Monat­en so weit. Heute denke ich, dass es noch schneller gehen wird.»

Quelle: www.nzz.ch

Kein Huawei-Boykott: die EU-Kommission hat die richtige Balance gefunden

Kein Huawei-Boykott: die EU-Kommission hat die richtige Balance gefunden

So weitre­ichend die Möglichkeit­en der 5G-Tech­nolo­gie sind, so wichtig ist auch, dass ihre Net­ze abso­lut zuver­läs­sig funk­tion­ieren. Sicher­heits­be­denken sind deshalb ernst zu nehmen, aber eine Sip­pen­haft für chi­ne­sis­che Fir­men ist nicht ange­bracht.

Für ein­mal sind sich Lon­don und Brüs­sel einig: Nein, der chi­ne­sis­che Tech­nolo­giekonz­ern Huawei soll nicht vom Auf­bau des 5G-Net­zes aus­geschlossen wer­den. Einen Tag nach der britis­chen Regierung hat sich am Mittwoch auch die EU-Kom­mis­sion auf diesen Stand­punkt gestellt. Dass sich nicht ein­mal Boris John­son für einen Boykott erwär­men kon­nte, ist eine Nieder­lage für Mike Pom­peo. Der US-Aussen­min­is­ter hat­te die undankbare Auf­gabe, bei den Alli­ierten für einen Auss­chluss Huaweis zu weibeln. Wash­ing­ton wirft dem Unternehmen aus dem süd­chi­ne­sis­chen Shen­zhen vor, der kom­mu­nis­tis­chen Regierung nahezuste­hen. Wer bei der 5G-Infra­struk­tur auf Huawei set­ze, öffne chi­ne­sis­chen Geheim­di­en­sten Tür und Tor. Belege für diese Vor­würfe blieben die Amerikan­er indessen schuldig.

In Shen­zhen dürften gle­ich­wohl keine Korken knallen. Denn erstens kann die EU-Kom­mis­sion nur Empfehlun­gen abgeben; es liegt in der Kom­pe­tenz der Regierun­gen und Par­la­mente der EU-Mit­gliedsstaat­en, einzelne Teleko­maus­rüster auszuschliessen. Zweit­ens hat Brüs­sel lediglich die Selb­stver­ständlichkeit bestätigt, dass rechtsstaatliche Prinzip­i­en auch für chi­ne­sis­che Unternehmen wie Huawei gel­ten. Keine Fir­ma sollte wegen ihrer nationalen Herkun­ft oder mul­miger Gefüh­le in der Bauchge­gend aus­geschlossen wer­den.

Am meis­ten Kopfzer­brechen dürfte Huawei aber ein drit­ter Punkt bere­it­en: Kün­ftig soll das Risiko­pro­fil der am 5G-Aus­bau beteiligten Liefer­an­ten eingestuft wer­den. Wer in die Kat­e­gorie «hochriskant» fällt, dessen Kom­po­nen­ten sind im Kern und in kri­tis­chen Bere­ichen des Net­zes nicht mehr willkom­men. Die Kri­te­rien dürften so fest­gelegt wor­den sein, dass Huawei in dieser Schublade lan­det – eine Schlaumeierei, die wohl Diskri­m­inierungsvor­wür­fen aus Peking vor­beu­gen soll.

Es ist zu hof­fen, dass die Debat­te um Huawei in Europa bald ad acta gelegt wer­den kann – oder aber ehrlich­er geführt wird. Denn geschla­gen wird der Sack, obwohl der Esel gemeint ist. Dass der Wieder­auf­stieg Chi­nas zunehmend Äng­ste weckt, ver­wun­dert kaum. Es macht den Anschein, als ob Partei- und Staatschef Xi Jin­ping ger­ade die dig­i­tale Dik­tatur per­fek­tion­iert. In Xin­jiang hat die chi­ne­sis­che Regierung Hun­dert­tausende von Mus­li­men in als «Berufs­bil­dungszen­tren» beze­ich­nete Umerziehungslager einges­per­rt. Gut möglich, dass europäis­che Poli­tik­er und Fir­menchefs ihren Enkelkindern dere­inst erk­lären müssen, warum sie sich vor Peking in den Staub war­fen. Die ehrlich­ste Antwort wäre wohl: aus wirtschaftlichen Inter­essen.

Das ist indessen keine Recht­fer­ti­gung dafür, Huawei zu bestrafen. Es gibt kein­er­lei Hin­weise darauf, dass der Tech­nolo­giekonz­ern je Kun­den aus­ge­späht hätte. Er gewährt britis­chen und deutschen Behör­den muster­schüler­haft Ein­blick in den Quell­code sein­er Soft­ware. Auch für die ange­bliche Nähe Huaweis zur Regierung ist die Beweis­lage besten­falls dünn. Nachvol­lziehbar ist einzig der Vor­wurf, dass die Fir­ma mit den Regierun­gen Irans und Nord­ko­re­as Geschäfte gemacht haben dürfte.

Quelle: www.nzz.ch

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