Über What­sapp oder Face­book gelan­gen viele falsche, irreführende oder betrügerische Infor­ma­tio­nen zu Covid-19 unter die Men­schen. Wie gehen Behör­den und Plat­tfor­men damit um?

«Jed­er sollte sich­er­stellen, dass Mund und Hals feucht und niemals trock­en sind. Nehmen Sie min­destens alle 15 Minuten ein paar Schlucke Wass­er zu sich. Warum? Selb­st wenn das Virus in Ihren Mund gelangt, das Trinken von Wass­er oder anderen Flüs­sigkeit­en spült es durch Ihre Speis­eröhre in den Magen. Ist es dort angekom­men, tötet die Magen­säure das Virus ab.» Diese Worte – etwas angepasst an die Rechtschrei­bung – stam­men aus einem Ket­ten­brief, der auf What­sapp die Runde macht. Der Tipp stamme von Experten aus Japan. Dazu gibt es noch weit­ere Tipps und Infor­ma­tio­nen rund um das Coro­n­avirus, die man doch bitte mit Fam­i­lie, Fre­un­den und Bekan­nten teilen soll.

Das Beispiel ist ein­er von vie­len Ket­ten­briefen, die zurzeit auf What­sapp herumgeschickt wer­den. In einem anderen wird vor einem apoka­lyp­tis­chen Szenario gewarnt, in dem, sollte das Virus bis Mitte März nicht eingedämmt sein, die ganze Welt für 21 Tage in Quar­an­täne gehen soll. In einem weit­eren Ket­ten­brief wer­den ange­bliche Tipps eines ver­meintlichen Arztes aus Shen­zhen weit­ergeleit­et, der erk­lärt, wie man das Coro­n­avirus erkenne und sich schützen könne.

Über solche Kettenbriefe auf Whatsapp werden falsche und irreführende Informationen rund um das Coronavirus verbreitet. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, sie nicht weiterzuleiten.

Über solche Kettenbriefe auf Whatsapp werden falsche und irreführende Informationen rund um das Coronavirus verbreitet. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, sie nicht weiterzuleiten.

Beim Inhalt dieser Ket­ten­briefe han­delt es sich um unbe­wiesene Behaup­tun­gen, die ein­er näheren Prü­fung nicht stand­hal­ten. Ein feuchter Mund oder feuchter Rachen, wie im Beispiel oben vorgeschla­gen, helfen nicht gegen Covid-19. Die Viren gelan­gen unter anderem in den Nasen-Rachen-Raum sowie in die Lun­gen – dort kann das Wass­er die Erreger nicht wegspülen.

 
 
 

Falsche Informationen haben leichtes Spiel

Die Kom­bi­na­tion aus hoher Unsicher­heit, steigen­der Angst vor Ansteck­ung und hohem Infor­ma­tions­be­darf könne dazu führen, dass Men­schen weniger kri­tisch mit Neuigkeit­en zu diesem The­ma umgin­gen und empfänglich für falsche Infor­ma­tio­nen wür­den. Wer einen solchen Ket­ten­brief emp­fange, solle ihn daher nicht weit­er­ver­bre­it­en, emp­fiehlt das Bun­de­samt für Gesund­heit (BAG). Die ungeprüften Infor­ma­tio­nen wür­den für Ver­wirrung sor­gen und wür­den die Wirkung der offiziellen Infor­ma­tio­nen ver­min­dern.

Nicht nur Mes­sag­ing-Dien­ste wie What­sapp sind betrof­fen. Auf Face­book, Insta­gram, Tik­tok, Youtube oder Twit­ter kur­sieren eben­falls falsche Infor­ma­tio­nen rund um das Coro­n­avirus. Dazu gehören neben kru­den Ver­schwörungs­the­o­rien auch zweifel­hafte Rezepte für Schutz- oder Heilmit­tel. Auch die Grup­pen-Funk­tion auf Face­book trägt zur Ver­bre­itung von falschen Infor­ma­tio­nen in Bezug auf das Coro­n­avirus bei.

Das BAG überwacht Falschnachricht­en auf den Plat­tfor­men, auf denen es aktiv ist, wie es auf Anfrage erk­lärt. Wenn es ange­bracht ist, antwortet das Kom­mu­nika­tion­steam der Behörde auch auf entsprechende Beiträge und pub­liziert selb­st aktiv kor­rek­te Infor­ma­tio­nen zum Coro­n­avirus. Zudem meldet das BAG zweifel­hafte Accounts und Beiträge an die zuständi­gen Plat­tfor­men. Viele Nutzer wür­den auch falsche Inhalte melden, was begrüsst wird. Es ermögliche dem BAG, in dieser Hin­sicht auf dem Laufend­en zu bleiben, sagt eine Sprecherin. Auch die Welt­ge­sund­heit­sor­gan­i­sa­tion (WHO) ist auf den Plat­tfor­men mit eige­nen Inhal­ten präsent. Kür­zlich hat die Organ­i­sa­tion einen Account auf Tik­tok eröffnet, um ein jün­geres Zielpub­likum mit Infos zum Coro­n­avirus zu erre­ichen.

Plattformen intensivieren Kampf gegen Fake-News

Die Social-Media-Plat­tfor­men haben eben­falls Mass­nah­men ergrif­f­en. In der Ver­gan­gen­heit standen die Konz­erne wieder­holt in der Kri­tik, zu wenig gegen falsche und irreführende Infor­ma­tio­nen zu unternehmen. Im Rah­men der Coro­na-Krise ver­suchen die Plat­tfor­men ver­mehrt, falsche Infor­ma­tio­nen aktiv zu bekämpfen. Sucht man auf Google, Twit­ter, Face­book oder Insta­gram nach «Coro­n­avirus» oder einem ähn­lichen Schlüs­sel­be­griff, wird gle­ich als Erstes ein Link angezeigt, der zur nationalen Gesund­heits­be­hörde oder zur WHO führt. Weit­er zeigt Face­book in betrof­fe­nen Län­dern offizielle Infor­ma­tio­nen zu Covid-19 direkt im News Feed an, ohne dass Nutzer danach suchen müssen.

Wer auf Google oder Facebook nach «Coronavirus» sucht, erhält gleich als Erstes einen Link zur nationalen Gesundheitsbehörde oder zur Weltgesundheitsorganisation.

Wer auf Google oder Facebook nach «Coronavirus» sucht, erhält gleich als Erstes einen Link zur nationalen Gesundheitsbehörde oder zur Weltgesundheitsorganisation.

Die Fak­tencheck­er des Konz­erns wür­den zudem laufend Inhalte im Zusam­men­hang mit dem Coro­n­avirus über­prüfen, sagt ein Face­book-Sprech­er auf Anfrage: «Wird ein Beitrag als falsch bew­ertet, wird die Reich­weite eingeschränkt und wer­den ver­lässliche Infor­ma­tio­nen zum The­ma einge­blendet.» Auch für Face­book-Grup­pen, über die wieder­holt falsche Infor­ma­tio­nen ver­bre­it­et wür­den, werde die Reich­weite eingeschränkt. Wenn Gesund­heit­sor­gan­i­sa­tio­nen Beiträge mit Falschin­for­ma­tio­nen melde­ten, wür­den Face­book-Mitar­beit­er diese über­prüfen und gegebe­nen­falls löschen.

 
Bei What­sapp gestal­tet sich die Sit­u­a­tion etwas schwieriger. Da die Kom­mu­nika­tion zwis­chen den Nutzern ver­schlüs­selt ist, kann der Inhalt von Nachricht­en nicht über­prüft wer­den. Der Mes­sag­ing-Dienst hat die Anzahl an Chats, in die man Nachricht­en weit­er­leit­en kann, jedoch schon vor einiger Zeit auf fünf begren­zt. What­sapp appel­liert zudem an die Eigen­ver­ant­wor­tung der Nutzer. Auch das BAG ruft dazu auf, Ket­ten­briefe nicht weit­erzuleit­en.

Betrüger nutzen mit Fake-Shops die Gunst der Stunde

Die grosse Unsicher­heit rund um das Coro­n­avirus führt auch dazu, dass in vie­len Apotheken und Droge­rien die Atem­schutz­masken ausverkauft sind. Diesen Umstand machen sich Betrüger zunutze, die Masken und andere Uten­silien zum ange­blichen Schutz vor dem Virus – wie Ein­weghand­schuhe oder Desin­fek­tion­s­mit­tel – über falsche Online-Shops anbi­eten. Wer etwas bestellt, wartet jedoch verge­blich auf die gekaufte Ware.

In einem Fall, den das Lan­deskrim­i­nalamt Sach­sen pub­lik gemacht hat, wurde das betrügerische Ange­bot via eine Spam-E-Mail ver­schickt. Dabei miss­braucht­en die Täter den Namen eines real existieren­den deutschen Unternehmens als Absender. Wer dem Link in der E‑Mail fol­gt, lan­det auf ein­er pro­fes­sionell ausse­hen­den, jedoch gefälscht­en Shop-Seite, die nichts mit dem real existieren­den Unternehmen zu tun hat.

Auch auf Face­book wird medi­zinis­ches Mate­r­i­al, teil­weise auch in betrügerisch­er Absicht, ange­boten. Wie ein Sprech­er ankündigte, wolle die Plat­tform Wer­bung und Verkauf­sange­bote für medi­zinis­che Schutz­masken vorüberge­hend unter­sagen. Bere­its imple­men­tiert sei das Ver­bot, mit gesund­heits­be­zo­ge­nen oder medi­zinis­che Behaup­tun­gen über das Coro­n­avirus für ein Pro­dukt zu wer­ben. Auch Google erk­lärte, Anzeigen, die ver­sucht­en aus dem Coro­n­avirus Kap­i­tal zu schla­gen, zu block­ieren.

 

Gefälschte Shops sind oft daran zu erken­nen, dass das Impres­sum auf der Web­site unvoll­ständig oder fehler­haft ist. Zudem sind die AGB fehler­haft, fehlen ganz oder wur­den von ein­er frem­den Seite kopiert. Auch Fehler in Gram­matik und Rechtschrei­bung kön­nen Hin­weise auf einen Fake-Shop sein. Wer eine Bestel­lung über einen falschen Shop getätigt hat, sollte unverzüglich seinen Zahlungsan­bi­eter kon­tak­tieren und ver­suchen, die Zahlung zu stop­pen. Weit­er wird ger­at­en, bei der örtlichen Polizei Anzeige zu erstat­ten.

Quelle: www.nzz.ch

Kostenlos - eBook digitale Kompetenz

digitalexpert-logo-newExklusiv bei digitalexpert.ch

Jetzt kostenlos bestellen:
Exklusiv bei digitalexpert.ch - eBook digitale Kompetenz

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Ich wünsche jeweils über neue kostenlose eBooks informiert zu werden

digitalexpert-logo-newExklusiv bei digitalexpert.ch

Jetzt kostenlos bestellen:
Exklusiv bei digitalexpert.ch — eBook digital comptence (english)

 

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Ich wünsche jeweils über neue kostenlose eBooks informiert zu werden