Google macht in der Schweiz inzwis­chen mehr Wer­beum­satz als alle Print­me­di­en zusam­men – davon prof­i­tiert der schnellwach­sende Wer­bev­er­mit­tler Webre­pub­lic.

Diese Woche pub­lizierte die Stiftung für Werbesta­tis­tik ihre jüng­ste Erhe­bung zum Schweiz­er Werbe­markt. Die Zahlen kön­nten falsch­er nicht sein. Denn wie die Stiftung selb­st ein­räumt, wur­den die Umsätze für Such­maschi­nen-Wer­bung und Social-Media nicht berück­sichtigt, da «zu wenige Antworten» einge­gan­gen seien. Das bedeutet, dass die Wer­beein­nah­men der Branchen­riesen Alpha­bet (Google-Such­mas­chine, Youtube) und Face­book in den Zahlen nicht abge­bildet sind. Die Grosskonz­erne, die weltweit 2018 über 50 Mil­liar­den Dol­lar Gewinne erziel­ten, schweigen sich über ihre Umsätze in der Schweiz aus.

Dabei sind sie die grössten Play­er im Markt. Die Analy­se­fir­ma Media Focus ver­sucht, auch deren Umsätze zu erfassen. Die Erhe­bung basiert im Kern auf Annäherun­gen, indem beispiel­sweise maschinell Preise für bes­timmte Such­wörter auf Google ange­fragt wer­den. Die Zahlen zeigen, dass der Anteil der Onlinewer­bung am Gesamtkuchen ständig zunimmt.

An der Umschich­tung der Wer­begelder Rich­tung Google und Face­book ver­di­enen auch kleinere Unternehmen, die Wer­be­treiben­den helfen, ihre Pro­duk­te auf den grossen Plat­tfor­men zu platzieren. Ein Unternehmen, das wie kein zweites vom Online-Wer­be­boom prof­i­tiert, ist die Fir­ma Webre­pub­lic in Zürich. Die Fir­ma wurde vom ehe­ma­li­gen Google-Mitar­beit­er Tom Hanan gegrün­det. Er war beim Auf­bau von Google in der Schweiz von Anfang an dabei. Vor zehn Jahren machte er sich mit Part­nern selb­st­ständig.

Bereits 160 Beschäftigte

Hanans Fir­ma ist eine der schnellst­wach­senden Kom­mu­nika­tion­sagen­turen hierzu­lande. Let­ztes Jahr wurde das Unternehmen erst­mals im Rank­ing der grossen Agen­turen der Schweiz aufgenom­men. Es belegte auf Anhieb den siebten Platz. In der neuen Ran­gliste dürfte die Fir­ma noch weit­er nach oben rück­en. Die Zahl der Angestell­ten ist in der Zwis­chen­zeit von 120 auf 160 hochgeschnellt.

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Tom Hanan in Zürich. bild: Clau­dio Thoma / ch media

«Meine Botschaft an die Verlagshäuser ist: Guter Inhalt hat einen Wert.»

Tom Hanan, Grün­der von Webre­pub­lic.

«Wir haben mit Such­maschi­nen-Mar­ket­ing begonnen», sagt Tom Hanan im Gespräch. «Mit­tler­weile bieten wir voll inte­gri­erte Dien­stleis­tun­gen an von Strate­gie, Dig­i­tal Mar­ket­ing, Dig­i­tal Ana­lyt­ics bis hin zu Con­tent und Kreation.» Für Nicht-Insid­er ist es nicht ein­fach zu ver­ste­hen, mit welchen Dien­stleis­tun­gen das Unternehmen sein Geld ver­di­ent.

Inner­halb der Werbeszene gehört Webre­pub­lic zu den soge­nan­nten Media-Agen­turen, deren Spezial­ität es ist, Wer­be­bud­gets möglichst effek­tiv in die ver­schiede­nen Medi­en­gat­tun­gen zu schleusen. Als reine Online-Media-Agen­tur kon­nte sie über­pro­por­tion­al vom Branchen­boom prof­i­tieren. Aber auch tra­di­tionelle Medi­aa­gen­turen haben sich entsprechende Stand­beine aufge­baut und kön­nen so eine Scheibe vom Markt abschnei­den.

Das Entschädi­gungsmod­ell der Media-Agen­turen ist nicht unum­strit­ten. Denn einige zwack­en für sich einen Anteil des Medi­a­bud­gets ihrer Auf­tragge­ber ab. Da es in der Welt der Onlinewer­bung kaum Stan­dards gibt, öffnet das die Tür sper­rangel­weit für Miss­bräuche. Grosse Rabat­te kön­nen so in die eigene Tasche wan­dern. Bei Webre­pub­lic soll das anders sein. Das Mod­ell basiere «trans­par­ent auf Hon­o­raren unser­er Beratungsleis­tung» und nicht auf «Kick­backs» auf dem ver­mit­tel­ten Wer­bevol­u­men wie dies noch oft in der Kom­mu­nika­tions­branche vorkomme, sagt Hanan.

 

Miss­bräuche kann es auch auf­seit­en der Medi­en-Plat­tfor­men geben, wenn etwa gefälschte Klick­zahlen aus­gewiesen wer­den. Hanan glaubt, dass hierzu­lande die Betrügereien aber eher klein sind. «Wir haben den Vorteil, dass der Markt auf­grund der kleinen Grösse für inter­na­tion­al agierende Bad Guys rel­a­tiv unin­ter­es­sant ist.»

Diverse Skan­dale kon­nten den Glauben der Auf­tragge­ber in die Wirkung der Online-Wer­bung kaum erschüt­tern. Gross­es Wach­s­tum sieht Hanan ins­beson­dere bei KMU, die mit­tler­weile das Poten­zial erkan­nt hät­ten. Und Tobias Zehn­der, Mit­grün­der und Part­ner von Webre­pub­lic, ist überzeugt, dass die Kun­den «immer stärk­er auf Per­for­mance-Mar­ket­ing set­zen, das heisst sie wollen wis­sen, wie sich zum Beispiel die Marken­bekan­ntheit entwick­elt». Der Kunde wolle sehen, wie viel er investiert und wie viel am Schluss für ihn her­auss­chaue, sagt er.

1.2 Milliarden für Google

Doch zu den Wer­bevol­u­men, das über Webre­pub­lic zu Google und Face­book fliesst, wollen Hanan und Zehn­der keine Zahlen liefern. «Wichtig ist», sagt Zehn­der, «wenn wir sagen, dass Gelder in der Schweiz zu Google fliessen, dann heisst das gle­ichzeit­ig, dass ein Teil davon weit­er an Ver­lage wie CH Media, Tame­dia oder Ringi­er fliesst.» Denn Dis­play-Wer­bung kann mitunter mit­tels Google-Tools eingekauft und verkauft wer­den. Die Ver­lage seien Teil dieses «pro­gram­ma­tis­chen Ökosys­tems».

Viele Ver­lage kla­gen, dass sie mit Online-Wer­bung kaum Geld ver­di­enen. Tat­säch­lich kön­nen die Preise für 1000 Ein­blendun­gen extrem schwanken, laut Zehn­der von 20 Rap­pen bis 100 Franken. «Für Qual­ität sind Auf­tragge­ber bere­it zu zahlen», sagt Hanan. Das Web sei keine bil­lige Plat­tform. «Meine Botschaft an die Ver­lagshäuser ist: Guter Inhalt hat einen Wert», sagt Werbe­spezial­ist Hanan.

Und doch: Der grosse Abräumer bleibt Google. «Wir schätzen den Markt für Such­maschi­nen­wer­bung in der Schweiz auf etwa 1.2 Mil­liar­den Franken», sagt Tobias Zehn­der. Damit schätzt der Spezial­ist Googles Anteil am Wer­bekuchen deut­lich höher als andere Experten. Stimmt die Schätzung, dann nimmt der Gigant aus dem Sil­i­con Val­ley deut­lich mehr Geld ein als sämtliche Presseerzeug­nisse in der Schweiz zusam­men.

Quelle: www.watson.ch

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