Der Stream­ing­di­enst Spo­ti­fy wird im kom­menden Jahr wegen der US-Präsi­dentschaftswahl keine poli­tis­che Wer­bung mehr ausstrahlen. Das Unternehmen begrün­det diesen am ver­gan­genen Fre­itag kom­mu­nizierten Schritt mit Sor­gen vor der Ver­bre­itung von Falschin­for­ma­tio­nen.

Gegen­wär­tig sei Spo­ti­fy nicht in der Lage, den Inhalt von poli­tis­ch­er Wer­bung zu über­prüfen und zu vali­dieren. Der Verkauf von poli­tis­chen Wer­bean­non­cen werde deswe­gen Anfang 2020 aus­ge­set­zt, hiess es in ein­er Stel­lung­nahme.

Der 2006 in Stock­holm gegrün­dete Stream­ing­di­enst hat in den USA viele Kun­den. Die grössten Konkur­renten sind Pan­do­ra und Apple Music. Ganz vorn liegt YouTube.

Trumps Wahlkampf betroffen

Angaben darüber, wie viele Ein­nah­men Spo­ti­fy durch poli­tis­che Wer­bung erzielt, liegen nicht vor. Das Branchen­medi­um Adver­tis­ing Age berichtet, unter anderem die repub­likanis­che Partei von US-Präsi­dent Don­ald Trump und der Sen­a­tor Bernie Sanders, der sich um die Präsi­dentschaft­skan­di­datur der US-Demokrat­en bewirbt, hät­ten Anzeigen bei Spo­ti­fy geschal­tet. Der Stream­ing­di­enst mit weltweit über 220 Mil­lio­nen Nutzern gilt als Möglichkeit, auch junge Wäh­ler zu erre­ichen. Im April 2019 wurde die Marke von 100 Mil­lio­nen Kun­den mit kostenpflichtigem Abo über­schrit­ten.

Vor der US-Präsi­dentschaftswahl im Novem­ber 2020 wächst die Sorge vor Desin­for­ma­tion­skam­pag­nen und der Ver­bre­itung soge­nan­nter Fake News. Trump selb­st ver­bre­it­et immer wieder falsche oder irreführende Angaben.

Die grossen Inter­netkonz­erne haben darauf unter­schiedlich reagiert. Twit­ter hat poli­tis­che Wer­bung grössten­teils ver­ban­nt. Der Online-Riese Google kündigte im Novem­ber an, er werde keine indi­vid­u­al­isierte Wäh­ler­wer­bung zulassen. Ziel­gerichtete poli­tis­che Wer­bung soll dem­nach nur anhand von weit­er gefassten Kri­te­rien wie Alter, Geschlecht oder Postleitzahl möglich sein.

Face­book dage­gen will poli­tis­che Wer­beanzeigen weit­er­hin zulassen. Das Online-Net­zw­erk argu­men­tiert, Nutzer und Jour­nal­is­ten soll­ten Anzeigen auf ihren Wahrheits­ge­halt hin über­prüfen.

Quelle: www.watson.ch